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Anna Merz - Pianistin - Forstackerstrasse 11 - 4800 Zofingen | |
Lüpfige Lieder von «Londoner Strassenmusikern»Die «Zofisingers» sorgten mit ihrem Openair-Konzert unter dem Titel «Swiss Happy Hour» für ausgelassene Stimmung
MLZ, Sonntag 13. 9. 2009; von Melek Sarikurt-Camci
Wer gerne volkstümliche Lieder hören wollte, war gestern im Sennenhof in Zofingen an der richtigen Adresse. Dort gaben die «Zofisingers» mit der Instrumentalgruppe Ob8 im Rahmen des Aargauischen Gesangfestes lüpfige Lieder zum Besten. An die 80 Zuhörerinnen und Zuhörer – darunter auch zahlreiche Chormitglieder, die gerade ihr Vorsingen in der Zofinger Stadtkirche absolviert hatten – warteten im Zofinger Sennenhof gespannt darauf, was die «Zofisingers» vortragen würden. Die bunt gemischte Sängerschar, die sich für spezielle Chorprojekte zusammenfindet, präsentierte mit der «Swiss Happy Hour» eine musikalische Schweizer Visitenkarte. Das Besondere daran: gesungen wurde unter der Leitung von Anna Merz in allen vier Landessprachen. «Ob8», sechs junge Instrumentalisten aus der Region Zofingen, begleiteten die Sängerinnen und Sänger. Angestimmt wurde das Konzert mit dem traditionellen Stück «D’Zyt esch do». Weiter folgten Lieder wie «Simelibärg», «Tuta nana tgu», «La Fanfare du Printemps» und «Teresina bella». Während die Stimmung beim Publikum zu Beginn noch etwas zurückhaltend war, taute sie im Verlauf des Konzertes auf. Man schnippte ganz leise zum Takt oder murmelte den Text mit. Spätestens als Chorleiterin Anna Merz die Zuschauerinnen und Zuschauer jedoch aufrief mitzusingen, gab es kein Halten mehr. Lauthals wurde bei «Le coq est mort» mitgesungen und bei «Wenn eine tannigi Hose het» trauten sich die Konzertbesucherinnen und -besucher gemeinsam mit den «Zofisingers» sogar an den Kanon. Verdankt wurde die muskalisch-runde Darbietung der fröhlichen Formation mit grossem Applaus. Mit dem Repertoire der «Swiss Happy Hour» sind die 26 Sängerinnen und Sänger aus der Region Zofingen nicht zum ersten Mal aufgetreten. Im Juli hatten sie sich damit bereits an ein besonderes Abenteuer gewagt und sich in London als Strassenmusiker versucht – und dies mit Erfolg, wie Anna Merz gestern sagte. «Die Geräuschkulisse in London war immens laut. Es war eine besondere Herausforderung, die Passanten mit unserer Musik zum Stehenbleiben und Zuhörern zu bringen», blickte sie zurück. Als Strassenmusiker erhalte man sehr schnell eine nonverbale Quittung: wenn den Leuten die Musik nicht gefalle, gingen sie einfach weiter. Viele Passanten hätten jedoch ein offenes Ohr für die Musik der «Zofisingers» gehabt, auch wenn sie die Texte nicht verstanden hätten: «Es gab einige, die sich im Anschluss an unsere Darbietung erkundigt haben, in welcher Sprache wir gesungen hatten.» Aufgefallen seien die «Zofisingers» in London auch nicht zuletzt, weil sie keine Mikrofone und Verstärker einsetzten, was ansonsten nicht üblich sei. «Im Vergleich zu den Auftritten als Strassenmusiker sind die Konzerte hier geradezu komfortabel», sagte Anna Merz schmunzelnd. Zum einen sei es rundherum ruhig, zum anderen kämen die Zuschauer extra in den Sennenhof, um die Konzerte zu hören.
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